Warum Dudenhofens Trainer Christian Schultz untröstlich ist und wie Eric Häußler seine vergebenen Chancen sieht.

70 Minuten ist der FV Dudenhofen auf dem Karbacher Quintinsberg die bessere Mannschaft gewesen. Geholfen hat das dem Aufsteiger nicht. Nach 90 Minuten musste sich der FVD in der Oberliga Gastgeber FC vor 234 Zuschauern mit 1:4 (1:2) geschlagen geben.

„Zu viele Chancen vorne vergeben, zu viele Fehler hinten gemacht“, resümierte Trainer Christian Schultz: „Hier wäre mehr drin gewesen. Die Enttäuschung ist riesengroß. “Ähnlich groß war der Ärger über seine Abwehr, denn die lud nach 20 Sekunden die Karbacher zum frühen 1:0 regelrecht ein. Nach eigenem Anstoß spielte die FV-Verteidigung „unmotiviert“ (Schultz) den Ball ins Mittelfeld, Karbachs Selim Denguezli setzte Enrico Köppen in Szene, der mit einem Schuss ins kurze Eck Keeper Marcel Johann keine Chance ließ.
 
Super Aufsteiger 

Die Dudenhofener zeigten nach dem Blitz-Gegentor, warum sie so stark in die Saison gekommen sind. „Ein super Aufsteiger“, lobte auch Karbachs bester Mann, Johannes Göderz: „Sie haben uns teilweise gut eingeschnürt. Aber sie haben Fehler gemacht, und die haben wir eiskalt ausgenutzt. “Beim 2:0 für Karbach ließen sich die Gäste nach eigener Ecke auskontern. Der aufgerückte Innenverteidiger Tim Puttkammer durfte nach klugem Querpass von Göderz zum 2:0 einschieben (34.). Tolga Barin vergab aus sechs Metern mit einem Schuss ans Außennetz den Anschlusstreffer (42.). Mit dem Halbzeitpfiff machte es Pascal Thiede mit einem Kopfballtor nach Ecke von Barin besser (45.). Das 1:2 aus Dudenhofener Sicht war mehr als verdient. 60 Sekunden nach dem Kabinengang hätte es 2:2 stehen müssen. „Gute Frage, warum der nicht reinging“, sagte Dudenhofens Eric Häußler, der zur Pause für Rami Zein eingewechselt worden war: „Das war mein erster Ballkontakt, der Ball muss rein. Das wäre das 2:2 gewesen.“ 

Häußlers Dinger

Michael Bittner hatte reingeflankt und Häußler schoss am langen Pfosten freistehend aus drei Metern neben das Tor. „Ich hatte ein gutes Gefühl, aber am Ende war es ein gebrauchter Tag“, meinte Häußler, der noch eine gute Kopfballchance vergab (58.). „Den kann ich auch machen“, sagte Häußler: „Wir hätten es drehen können. “Die Karbacher konterten sich zum ersten Sieg nach vier Niederlagen in Folge. Beim 3:1 setzte Köppen Göderz per Hacke in Szene. Der Routinier schloss ins leere Tor ab (69.).

Stark gewehrt 

Beim 4:1 schoss Armin Jusufi, der wie Emre Kaya am letzten Tag der Transferperiode noch von Oberliga-Rivale FV Engers auf den Quintinsberg gewechselt ist, nach einem Konter die Hand von Thiede an. Es gab Elfmeter, den Köppen zum 4:1-Endstand sicher verwandelte (81.). „Die drei Punkte waren ganz wichtig für uns“, sagte Karbachs Trainer Torsten Schmidt nach dem zweiten Saisonsieg: „Wir haben uns gewehrt mit allem, was wir hatten. Dazu gehört dann auch Glück in einigen Situationen. Das hatten wir gegen eine sehr gute Dudenhofener Mannschaft.“ 

Entscheidende Fehler

Seinen Kollegen Schultz konnte das Lob wenig trösten: „Wir waren 70 Minuten besser, aber wir haben in den entscheidenden Momenten immer wieder Fehler gemacht. Karbach hat das ausgenutzt, deswegen ist ihr Sieg verdient.“ von Michael Bongard 
Quelle:
Ausgabe Die Rheinpfalz Speyerer Rundschau – Nr. 209
Datum Montag, den 9. September 2019 Seite19