Fragen am Freitag: Steffen Litzel (34) wird ab Sommer 2020 Nachfolger von Christian Schultz als Cheftrainer beim Fußball-Oberligisten FV Dudenhofen. Im Interview mit Nico Henrich spricht er vor der Partie am Samstag (16.30 Uhr) beim FC Karbach über seine kommende Aufgabe.

Wie liefen die Gespräche bezüglich Ihrer neuen Position ab?

Die Vereinsführung fragte im Anschluss der Aufstiegssaison, ob ich mir ein Engagement als Cheftrainer vorstellen könnte. Ich habe mich sehr darüber gefreut und umgehend mein Interesse signalisiert. In einem zweiten Gespräch haben wir unsere sportlichen Ideen ausgetauscht und die Zusammenarbeit beschlossen.

Sehen Sie eine Gefahr, weiterhin als der „Co“ wahrgenommen zu werden?

Nein, die aktuelle Saison wird abgeschlossen sein, und die Karten werden anschließend neu gemischt. Da die Uhren auf null gestellt werden, muss sich jeder neu beweisen. Christian Schultz überträgt mir bereits jetzt viel Verantwortung, daher sehe ich darin keine Gefahr.

Gibt es schon einen Co-Trainer?

Was passiert mit Daniel Roller?Diesbezüglich fanden noch keine Gespräche statt. Rollo macht als Fitness- und Athletikcoach einen super Job.

Wie wollen Sie Fußball spielen lassen?

Ich lege viel Wert auf das Spiel gegen den Ball. Das soll aber nicht bedeuten, dass wir uns aufs Abwehrpressing beschränken. Wir möchten aktiv den Ball erobern und unsere Gegner vor Aufgaben stellen. Aber auch in Ballbesitzphasen müssen wir uns Torchancen erspielen. In dieser Saison zeigt unser Team bisher enorme Offensivqualitäten. Die Statistik und Analyse von RB Leipzig ist interessant, je länger die Ballbesitzphasen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit eines Torerfolges.
War es bei Ihrem Amtsantritt klar kommuniziert, dass Sie irgendwann zum Chef beim FV Dudenhofen aufsteigen? Nein, daran war nicht zu denken. Gerne hätte ich in der Konstellation weitergearbeitet.

Was macht Steffen Litzel zu einem guten Oberliga-Trainer?

Ob gut oder schlecht, das sollen andere Personen beurteilen.


Von welchem Ihrer Trainer konnten Sie am meisten mitnehmen?

Ich habe von Kindesbeinen an versucht, mit offenen Augen und Ohren das Handeln der Trainer zu verfolgen und zu hinterfragen. Mir wurde klar, dass jeder Coach seine Vorzüge hatte. Der eine war taktisch gewieft, der andere hatte eine grandiose Menschen- und Mannschaftsführung, und der nächste erklärte die Einfachheit des Fußballs. Ich versuche, die positiven Aspekte aufzugreifen und in meine Arbeit einfließen zu lassen.

Was erhoffen Sie sich aus der neuen Position von Christian Schultz?

Christian trägt als Sportdirektor die Verantwortung für unsere drei aktiven Mannschaften. Außerdem fungiert er als Bindeglied zur A-Jugend. Wir werden weiterhin das Ziel verfolgen, Jugendspieler und Spieler aus der U21, U23 an die erste Mannschaft heranzuführen. Wir arbeiten im Verein eng zusammen, und Christian wird die Zusammenarbeit weiter professionalisieren. Wir stehen täglich in Kontakt und tauschen uns über unsere Mannschaft aus. Daran wird sich zukünftig nichts ändern. Ich werde von seiner Erfahrung profitieren und weiß, dass ich ihn jederzeit um Rat fragen kann.  

Was möchten Sie verändern?

Wer sich die vergangenen beiden Jahrzehnte anschaut, stellt schnell fest, dass die Entwicklung des FV Dudenhofen stetig vorangetrieben wurde. Die beiden Oberliga-Aufstiege innerhalb kürzester Zeit belegen, dass die Verantwortlichen nicht viel falsch gemacht haben können. Daneben herrscht bei uns ein absolut intaktes und geselliges Vereinsleben vor. Daher muss in diesen Bereichen nichts auf den Kopf gestellt werden. Stellschrauben zu justieren, die unsere Abläufe auf dem Platz verbessern, sehe ich als meine Aufgabe an.

Heiß diskutiert: Was halten Sie von Gelben und Roten Karten für Trainer?

Ich stehe Steffen Baumgart vom SC Paderborn bei. Unser Sport lebt eben von Emotionen, die auch, in Grenzen, toleriert werden sollten.

Quelle: von Nico Henrich

AusgabeDie Rheinpfalz Speyerer Rundschau – Nr. 207
DatumFreitag, den 6. September 2019
Seite20