Igor Keller wird ab kommender Saison nicht mehr Co-Trainer beim FV Dudenhofen sein. Im Interview mit effaudee-Inside verrät er Details seiner Zusammenarbeit mit Christian Schultz, spricht über eine Rückkehr und seine Beweggründe für die Beendigung des Kapitels FV Dudenhofen.

effaudee-Inside: Wieso beendest du das Kapitel FVD?
Igor Keller: Nach vier intensiven Jahren brauche ich einfach eine Auszeit, um den Akku wieder aufladen zu können.Ich war immer ein Typ der dem Fussball alles untergeordnet hat. Mit der Art und Weise Fussball zu leben, wollte ich den Jungs auch ein Vorbild sein. Im Fussball ist es wie im wahren Leben, je mehr man investiert, umso mehr bekommt man zurück.
effaudee-Inside: Ist eine Rückkehr vorstellbar?
Igor Keller: Mit 20 Jahren habe ich nach den Derbys gegen den FV Dudenhofen gesagt: “Zu den Dudenhöfern wechsle ich nie.”Jetzt war ich hier drei Jahre lang Spieler und bin bereits im vierten Jahr Trainer. Ich wurde hier von allen Leuten gut aufgenommen und fühle mich zu jederzeit wohl. Es gibt ein schönes Sprichwort, sag niemals nie, das gilt auch für eine Rückkehr zum FVD.
effaudee-Inside: Was war dein persönliches Highlight?
Igor Keller: Sportliche Erfolge sind da in erster Linie Platz 3 und das Pokalfinale im ersten Jahr und in der vergangen Runde die Meisterschaft in der Verbandsliga zu nennen. Das waren bisher die zwei erfolgreichsten Saisons der FVD-Geschichte, auf die wir zurecht stolz sein können. Für die Entwicklung des Vereins, der Mannschaft und für mich persönlich als Trainer, war die “miserable” Runde im zweiten Jahr mit Platz 7 und der Oberligaabstiegskampf in dieser Runde sicherlich sehr wertvoll. Aus Niederlagen lernt man am meisten und entwickelt sich auch dementsprechend schneller weiter, wenn man die richtigen Schlüsse daraus zieht und sich selbst immer wieder kritisch hinterfragt. 

Zum Abschluss wäre der Klassenerhalt aufgrund der Vielzahl von Absteigern, in einer bärenstarken Oberliga, sicherlich die Krönung meiner Zeit beim FVD.

 

effaudee-Inside: Wirst du weiterhin in der 3. Mannschaft spielen?
Igor Keller:
Nein die Jungs brauchen so einen alten Bock wie mich doch gar nicht. Spaß bei Seite, was Dirk und Max da auf die Beine gestellt haben ist aller Ehren wert. Anfangs wurde das “Projekt U21” noch sehr kritisch beäugt. Mittlerweile ist die junge Truppe fester Bestandteil des FVD und im Vereinsleben nicht mehr wegzudenken. Die Jungs werden auch ohne mich Erfolge feiern, das ist eine geile Truppe mit sehr viel Potenzial.
effaudee-Inside: Möchtest du langfristig als Cheftrainer arbeiten? Falls ja, höherklassig?
Igor Keller: Cheftrainer auf dem Papier zu sein ist nicht das auschlaggebende, aber sicherlich in der nahen Zukunft ein Ziel. Die Spielklasse ist eher zweitrangig, klar möchte man mindestens auch in den Klassen trainieren, in denen man früher auch selbst gespielt hat, aber wichtig ist es, das ein Verein Ambitionen, das richtige Umfeld und die notwendige Infrastruktur hat, dann kann man auch in unteren Klassen viel bewegen.
effaudee-Inside: Wieso bist du Trainer?
Igor Keller: Weil Fussball meine größte Leidenschaft darstellt und seit Kindesalter ein täglicher Bestandteil meines Lebens ist. Nach dem frühen Aus meiner aktiven Laufbahn als Spieler war es für mich klar, das ich als Trainer weitermachen werde.
effaudee-Inside: Glaubst du, die Arbeit auf dem Platz wird dir fehlen?
Igor Keller: Zweifelsohne wird mir die Arbeit fehlen, dazu bin ich zu fussballverückt!
effaudee-Inside: Wie nutzt du die fußballfreie Zeit?
Igor Keller: Zu allererst sind da Freunde und Familie zu nennen, die in den letzten Jahren doch oft zu kurz kamen und sich immer wieder, aufgrund meiner Fussballtermine, Absagen einholen mussten. Die Möglichkeit der Urlaubsplanung außerhalb der Sommer- und Winterpause werde ich sicher auch ausnutzen. Premiere League sowie Champions League Spiele, die ich in der Vergangenheit aufgrund von Trainingseinheiten oder Spielen dankend ablehnen musste, sind auch ein Ziel. Für meine eigene Fitness werde ich sicherlich auch ein wenig Zeit opfern, da steht auch die ein oder andere Einheit im Studio auf dem Programm. Ich freue mich aber auch auf den ein oder anderen Abend auf der Couch, ohne mir Gedanken für das kommende Spiel oder eine Trainingseinheit machen zu müssen.
Langweilig wird’s also so schnell nicht.
effaudee-Inside: Wirst du in der kommenden Saison möglicherweise schon woanders einsteigen?
Igor Keller: Nein das kann ich ausschließen. Es gab in den letzten Monaten einige interessante Anfragen nicht nur als Trainer, sondern auch als Spieler, sportliche Leitung und zuletzt auch eine als Vorstand, aber ich habe von Anfang an gesagt das ich erstmal eine Auszeit nehme um meinen “Akku” wieder aufzuladen und dabei bleibt es.
effaudee-Inside: Wie beurteilst du die Zusammenarbeit mit Christian Schultz?
Igor Keller: Durchweg positiv. Chrisse und Roland Klaus hatten vor vier Jahren die Idee mich ins Trainerteam zu holen. Auschlaggebend für meine Zusage war, das von Anfang klar war, das wir das intern als gleichberechtigtes Trainerteam machen.
Ein bisschen Warmmachprogramm und ein paar Übungen zwischendurch im Training, wie es der klassische Co-Trainer macht, war und wird nie mein Ding sein, ich brauche hier Nonstop das volle Programm. Das heißt das wir jede noch so banale Entscheidung zusammen treffen und besprechen.Dabei ergänzen wir uns sehr gut, Chrisse hat seine Stärken im Management, der Ansprache und Mannschaftsführung, da konnte ich sicherlich einiges lernen und mitnehmen. Im Gegenzug bekam ich beim FVD mit 28 Jahren nicht nur die komplette Verantwortung in Sachen Trainingsplanung und Steuerung, sondern durfte auch viele andere Ideen für die Prozesse auf und neben den Platz mit einbringen. Da wären z.B. der Fitnessraum zu nennen oder die Personalien Florian Kober als sportlicher Leiter und Daniel Roller als Fitnesscoach, diese Ideen wurden intern im kleinen Kreis angesprochen und sofort umgesetzt, davon wird der Verein noch viele Jahre profitieren. Ich bin dem Verein und speziell Chrisse für die vielen Freiheiten und Kompetenzen die ich hier genießen darf sehr dankbar und behaupte, dass es bis zum heutigen Tag für beide Seiten eine Win-Win-Situation ist, die hoffentlich mit dem Klassenerhalt Ihre Krönung findet.
effaudee-Inside: Was macht deine Mannschaft so stark?
Igor Keller: Der Zusammenhalt und die Kameradschaft ist sicherlich seit Jahren schon auf einem einzigartigen Niveau. Dazu kommt noch das wir in den letzten Jahren im spielerischen Niveau enorm zugelegt haben, da haben wir nicht nur gute Jungs hinzubekommen, sondern auch Talenten wie Mario Schädler, Dominic Himmighöfer, Daniel Kopf oder auch Marius Schafhaupt eine Plattform gegeben um sich optimal weiterzuentwickeln.Die Mannschaft hat ein enormes Potenzial und wird nächste Runde durch die Neuzugänge und vor allem durch die Erfahrungen in dieser Oberliga-Runde noch mal an Qualität gewinnen, ihr gehört sicherlich die Zukunft!